Über

Mmh, mal überlegen :-)

Also, ich bin 23, habe gerade mein Studium der B.A. Sozialwissenschaften abgeschlossen und fliege heute in 5 Tagen nach Kenia/Nairobi um dort einen Freiwilligendienst zu absolvieren.

Afrika bzw. Ostafrika hat mich schon immer gereizt. Ich wollte aber nicht bloß einen Urlaub dort verbringen, sondern richtig in die Kultur eintauchen und Land und Menschen kennenlernen. Ich denke in den drei Monaten dort, in denen ich in einer kenianischen Gastfamilie unterkommen und mit kenianischen Kollegen zusammen arbeiten werde, bietet sich diese Möglichkeit.

Ich werde dort in einem der 66 Slums von Nairobi in einem Heim für Aidswaisen mitarbeiten und hoffe, einen kleinen Beitrag leisten zu können.

So viel über meine Motivation :-) Ich hoffe, ich werde zwischendurch Zeit finden Einträge hochzuladen, um euch auf dem neuesten Stand der Dinge zu bringen :-)

Alter: 31
 


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Blog

Hallo Leute,

heute nur ein kurzer Eintrag. Moechte euch schnell die Internetseite meines Projektes geben.

www.shepherdswaisenhaus.org

Vielleicht interessiert's den Einen oder Anderen zu sehen, wo ich arbeite. Die Seite ist von zwei Deutschen, die ebenfalls gerade mit mir hier sind, gestaltet worden und ist wirklich gelungen. Wuerde mich freuen, wenn ihr mal reinschaut (und vielleicht auch die Motivation findet etwas zu spenden - aber erstmal nur anschauen ).

Mir geht's uebrigens sonst richtig gut hier. Die Zeit rast gerade nur so. Wuerde gerne meinen Aufenthalt hier noch verlaengern, aber das geht leider nicht, da ich mich ja in Deutschland um 'nen Studienplatz kuemmern muss und schliesslich dort auch "Verpflichtungen" habe.

Habe gerade eben einen Trip an die Kueste geplant fuer naechste Woche . Darauf freue ich mich schon sehr. Danach kommt mich hoffentlich ne ehemalige Studienkollegin aus Uganda besuchen, dann gehts fuer drei Wochen ins Workcamp, dann noch Safari und schon am 1. August gehts ab nach Hause. Ja, ja, die Zeit rast echt... Wahnsinn.

So, nun ist aber Schluss mit Schreiben fuer heute. Hoffe, ich finde bald wieder Zeit mehr zu schreiben (bin ziemlich weit zurueck mit der Beschreibung meiner Trips, etc.).

Bis dahin Gruesse aus Nairobi...


 

19.6.09 17:05, kommentieren

Heute ein kleiner Beitrag zum Wetter\Klima in Kenia emotion. Wurde einfach schon so oft danach gefragt.

Im letzten Monat war hier Regenzeit. Das heisst nicht, dass es den ganzen Tag durchregnet, sondern vielmehr, dass es ein-\zweimal am Tag kurze, heftige Regenschauer gibt, kein Problem also. Die Temperaturen liegen bei schaetzungsweise 25 Grad, also fuer uns Deutschen ganz schoen warm (gerade in der Mittagssonne ist es ganz schoen heiss).

Ihr muesst wissen, um Temperaturen kuemmern sich die Kenianer nicht, nur wenn es richtig kalt wird, spricht man schonmal darueber. Eine solche, echt kalte Zeit scheint nun anzubrechen. Bei Unterhaltungen zum Thema Wetter hoere ich staendig: "Ooh Janine, die naechsten zwei Monate werden richtig kalt werden. Nun beginnt die kalte Jahreszeit hier in Kenia".  Und tatsaechlich koennte man den Eindruck bekommen, es wuerde Winter; am Strassenrand verkaufen fliegende Haendler Winterjacken mit Pelz, manch ein Kenianer traegt sogar schonmal eine. Erst heute Morgen im Matatu trug konnte ich das beobachten emotion.

Fuer mich ist das alles sehr, sehr verrueckt! Ich trage noch immer kurze Hosen und T-Shirts. Mein Reisefuehrer uebrigens spricht von 21 Grad Durchschnittstemperatur im Juli und August (Ja ja, das ist schon sehr kalt *lach). Karibu Kenia! (Herzlich Willkommen in Kenia.)

 

12.6.09 15:23, kommentieren

Mittwoch, 03.06.09

Es ist an der Zeit, dass ich euch mal wieder n bisschen was über mein Leben hier erzähle. Es passiert einfach immer so schrecklich viel und ich komme dann irgendwie nicht direkt dazu das niederzuschreiben. Muss mir mal was anderes einfallen lassen. Vielleicht mal Zettel und Stift mit mir führen J.

Ganz allgemein kann ich sagen, dass es mir hier immer besser gefällt. Ich habe mittlerweile einige Kontakte geknüpft (auch kenianische), was ja wirklich für das allgemeine Befinden von erheblicher Bedeutung ist. So hat man einfach Leute, mit denen man was unternehmen kann und sitzt nicht gelangweilt im Zimmer herum. Für die nächsten Wochen(-enden) habe ich schon viele Pläne geschmiedet, damit ich die Zeit hier auch wirklich gut nutze, um Land und Leute näher kennenzulernen.

Aah, gerade wo ich euch schreibe, ist mal wieder der Strom ausgefallen *lach. Das passiert hier auch dann und wann mal. Dann ist wirklich alles düster, keine Straßenlampe leuchtet mehr. Ich glaube, es ist nicht zu empfehlen sich dann draußen aufzuhaltenJ. Genauso mit dem Wasser, das haben wir hier auch schon längst nicht jeden Tag. Unser Hausmädchen erzählte, dass es in der Regel von Sonntags Abends bis Mittwochs Mittags kein Wasser gibt. Damit man dann nicht ganz ohne da steht, wird vorher, ist denn welches verfügbar, Wasser in einer Tonne von Größe einer Regentonne gesammelt und dieses dann über die Tage rationiert. Anfangs ist das ne ganz schöne Umstellung, auch das kein Wasser aus den Wasserhähnen kommt, aber man gewöhnt sich echt dran bzw. man stellt sich drauf ein.

Ich habe jetzt auch schon ‚lustige‘ Geschichten über andere Freiwillige gehört, die echt wochenlang d.h. bis zu ein, zwei Monaten nicht geduscht haben. Das aber nicht etwa, weil es kein Wasser gegeben hätte, sondern einfach, weil die sich nicht waschen wollten. Sehr komisch find ich das. Ekelig. Na ja, zu dieser Gruppe zähle ich glücklicherweise nicht ;-).

Geburtstagsparty

Am vorletzten Wochenende war ich auf ner tollen Party eingeladen. Ein anderer deutscher Freiwilliger (von dem ich übrigens auch schon vor meiner Ankunft hier den Blog gelesen habe) hat Geburtstag gefeiert. Er arbeitet im Go Down Arts Center hier in Nairobi und hat daher jede Menge Kontakte zu kenianischen Künstlern bzw. Musikern, die dann auf der Party aufgetreten sind. Es gab zum Beispiel zwei Trommler, die afrikanische Musik gemacht haben, dazu tanzte dann eine Kenianerin in Minirock und scharfem bauchfreien Oberteil. Das war interessant anzusehen, zumal dann hinterher viele der Gäste – u.a. auch ich –  mitgetanzt haben J. Dann gab es auch noch eine Metal-Band oder so, aber das interessierte mich nicht, somit habe ich das nicht verfolgt.

Es waren natürlich mal wieder sehr viele Deutsche auf der Party (generell sind hier sehr, sehr viele deutsche Freiwillige in Kenia – unglaublich – für meinen Geschmack schon fast zu viele; es scheint es ziehe hauptsächlich Deutsche in dieses afrikanische Land – warum auch immer), aber auch viele kenianische Gäste waren dort vertreten, was ich wirklich positiv fand. Lokale Kontakte sind sehr wichtig. Mir hat die Party also sehr gut gefallen, was sich dann auch darin äußerte, dass ich erst ungefähr um vier nachts zu Hause war J.  So passierte also wenigstens mal was hier in Kenia.

Eine lustige Geschichte

Am nächsten Tag passierte gleich noch viel mehr… jedoch leider eher weniger positive Dinge. Ich war am Sonntag Abend bei ner anderen deutschen Freiwilligen zum Essen eingeladen. Als ich dann abends um halb elf nach Hause kam, musste ich voller Entsetzen feststellen, dass mein Zimmerschlüssel weg war. Ich hatte ihn verloren. Natürlich besaß meine Hostfamily keinen Zweitschlüssel, sodass ich gezwungen war im Wohnzimmer auf der „Couch“ zu übernachten. Das war’n Mist, sehr unangenehm so’nen Trouble zu verursachen (obwohl ich dazu sagen muss, dass meine Host-Mum super locker reagiert hat, sie hat nur gelacht und mir sogar noch n Nachthemd von sich geliehen J (das ist übrigens noch die selbe Hostfamily wie zu Beginn, habe mich sehr gut arrangiert hier und werde wohl auch bis zum Ende meines Aufenthalts hier wohnen bleiben)). Die Nacht habe ich also im Wohnzimmer ohne Moskitonetz verbracht, Ergebnis waren mindestens 10 Mückenstiche, und am nächsten Tag ging dann die große Suche nach dem Schlüssel los.

Ich marschierte in der Früh, direkt nach dem es hell geworden war,  in meinen kurzen Hosen und im T-Shirt vom Vortag los (es war wirklich kalt an diesem Morgen), um in den Straßen und in jedem Shop, in dem ich den Tag zuvor gewesen war, nach dem Schlüssel zu suchen. Leider vergeblich. Glücklicherweise hatte mir das CIVS-Office schnelle Hilfe zugesagt und nachdem dann auch verschiedene Zimmerschlüssel der Nachbarn (die wir auch noch behelligt hatten, da die Host-Mutter der Ansicht war deren Schlüssel könnten meine Zimmertür öffnen) nicht passten, bestellte dann mein Ansprechpartner vom CIVS den Schlüsseldienst. Das Versprechen binnen von 10 Minuten da zu sein, wurde zu meinem großen Erstaunen sogar eingehalten und so brach der Schlüsseldienst innerhalb von wenigen Minuten meine Tür auf und ich war endlich wieder in meinem Zimmer. Anstatt wie in Deutschland das ganze Schloss auszutauschen und dafür dann noch Wucherpreise zu kassieren, verschwand der Schlosser mit meinem Schloss und kam kurz darauf mit einem genau für dieses Schloss passenden Schlüssel zurück. Das alles hat mich dann umgerechnet 3 Euro gekostet. Im Vergleich zu Deutschland ein wahres Schnäppchen wie ich finde. Das nenn ich mal Service. Mir war das Ganze natürlich schrecklich unangenehm und am Abend hab ich mich dann auch nochmal bei der Gastmutter dafür entschuldigt. Sie fand das alles aber gar nicht schlimm, sondern eher lustig, was natürlich für mich gut war J

Ach so, den größten Knaller habe ich noch vergessen… Am Nachmittag kam mein damaliger japanischer Mitbewohner aus dem Internet-Café zurück und brachte – wer hätte das gedacht – meinen Zimmerschlüssel mit. Echt krass. Ich war ja wie gesagt an diesem Morgen überall gewesen, um nach dem Schlüssel zu suchen. Auch im Internet-Café hatte ich schauen wollen, nur leider stand ich dort vor verschlossener Türe. Danach habe ich dann schlicht und ergreifend vergessen, da dann nochmal nachzufragen. Habe mir fest vorgenommen, dass so etwas nie, nie wieder passieren wird J, war nämlich eigentlich auch wenn’s jetzt hier lustig klingt eigentlich total bescheuert.

Erste Reise

Am letzten Wochenende bin ich dann zum ersten Mal n bisschen rumgereist hier in Kenia. Mit zwei Freiwilligen aus der Schweiz und einer aus Dänemark ging’s auf nach Kisumu um dort Tobias, einen deutschen Freiwilliger, der ziemlich zeitgleich mit mir hier angekommen ist und die ersten Tage mit mir in der Family gelebt hat, zu besuchen. Wir sind freitags morgens los ins City Center und  von dort aus mit dem Reisebus ca. 8 Stunden nach Kisumu gefahren. Das war die erste Möglichkeit für mich mal so’n bisschen die kenianische Landschaft anzuschauen. War wirklich schön (obwohl ich auf der Hinfahrt viel geschlafen hab, da es am Abend zuvor spät geworden war).

Unser Reisebus emotion.

Auf dem Weg nach Kisumu - eine der vielen Teeplantagen.

 

In Kisumu angekommen sind die Mädels dann im Hostel eingecheckt und ich bin mit Tobias zu seiner „Host-Family“, in welcher ich übernachten sollte. Host-Family in Anführungsstrichen, weil das nicht so die typische Host-Family ist. Er lebt da mit einem um die 30 Jahre alten Kenianer zusammen, der vier Straßenjungs bei sich aufgenommen hat, um ihnen so ein neues zu Hause zu geben. Die Wohnung an sich ist sehr klein, Tobias teilt mit dem Kenianer ein Zimmer, die vier Jungs und manchmal auch noch Verwandtschaft des Kenianers schlafen im Wohnzimmer in einem Doppelbett. Ich muss zugeben, ich war etwas geschockt von den Verhältnissen vor Ort, auch weil es wirklich alles andere als sauber war. Wir sind dann erst mal wieder los, um mit den Mädels essen zu gehen. Nach unserer Rückkehr saßen wir dann mit dem Kenianer und seinen Jungs im Wohnzimmer und haben uns unterhalten. Und ich muss sagen, das war wirklich super klasse. Alle wahren sehr freundlich und aufgeschlossen und ich habe mich dann doch angefangen wohl zu fühlen (auch wenn ich mir das vorher nicht hatte vorstellen können). Daran sieht man mal wieder wie wichtig die Menschen um einen herum sind und, dass diese auch weniger schöne Lebensumstände und Gegebenheiten kompensieren können.

Ich ziehe wirklich meinem Hut vor diesem Kenianer, der die Jungs bei sich aufgenommen hat. Das ist wirklich ´ne super Sache. Er hat übrigens noch viele andere Projekte am laufen. Er und seine Schwester haben eine kleine Schule für Kinder, die sich das Schulgeld nicht leisten können, gegründet. Des Weiteren plant er in ein größeres Haus zu ziehen, um noch mehr Straßenkinder aufnehmen zu können u.v.m. Ich habe mich sehr gut unterhalten an diesem Abend und auch mal wieder dazu gelernt. Menschen wie ihn braucht es hier einfach und eigentlich überall auf der Welt.

Am nächsten Morgen stand dann eine Bootstour auf dem Lake Victoria an, einem der größten Seen Afrikas. Der kenianische Tourguide hat viel erzählt (habe leider nicht ganz so viel verstanden, aber egal J) und wir konnten sogar Nilpferde im Wasser beobachten. War ganz interessant das mal zu sehen.

 

Danach stand ein Marktbesuch auf dem Programm, diesen Markt zu finden, dauerte leider etwas länger und deshalb waren wir auch nur kurz dort. Danach haben wir in einem der „Restaurants“ am Lake frischen Fisch mit Sukuma (das ist ein grünes, leicht bitter schmeckendes Gemüse) gegessen. War echt gut, auch wenn’s nachher beim Bezahlen Probleme mit der Rechnung gab (sollten mal mehr viel zahlen als zuvor abgemacht). Da wir solche Spielchen nicht mit uns machen lassen, hat das dann eines der Mädels in die Hand genommen und der Servicekraft vorgerechnet, was wir nun wirklich zahlen müssen J. Das war lustig. Somit kamen wir doch noch zu unserem Recht. Ja, manchmal muss man hier schon hartnäckig sein. Man darf sich solche Dinge einfach nicht gefallen lassen.

Ereignisse, die einen rasend machen

Erst gestern wieder hatten wir ´ne heftige Auseinandersetzung mit dem Conductor unseres Matatus. Wir kamen von einem weiteren Ausflug (von dem ich hier sicher auch noch erzählen werde) zurück und wollten ein Matatu vom Zentrum hier nach Buru Buru nehmen. In der Regel sagen die Conductor vor dem Einstieg der Fahrgäste den Preis an und wenn nicht, fragt man halt danach. Es ist immer ratsam, gerade als Weißer, den Preis vorher auszuhandeln. Gestern sollten wir also 30 Schilling, das sind 30 Cent, zahlen. Das war ein guter und für diese Uhrzeit angemessener Preis. Als wir dann aber im Matatu waren und der Typ das Geld einsammeln wollte, kam es zu Stress. Er wollte auf einmal 40 Schilling von einigen von uns haben. (Zwei Schweizerinnen hatten zuvor auch nur 30 gezahlt.) Wir wollten uns das nicht gefallen lassen,  war schließlich gegen die vorher getroffene Abmachung. Es gab heiße Diskussionen, wobei es eher ein Monolog des Geldeinsammlers war, da dieser uns überhaupt nicht zu Wort kommen ließ und uns zuhören wollte. Als wir uns weigerten 40 Schilling zu zahlen, zog er erst mal wieder ab, um bei den anderen Fahrgästen abzukassieren. Als ein Teil unserer Gruppe aussteigen wollte, drohte es nochmal Ärger zu geben. Unsere Leute drückten dem Conductor einfach 30 Schillinge in die Hand und sprangen aus dem Auto.

Ich und ein paar andere mussten noch ein Stück weiter fahren. Beim Ausstieg verlangte der Typ dann auf einmal, dass ich fuer die anderen mitbezahle. Er wollte mich beim Aussteigen hindern, was ich mir aber nicht gefallen habe lassen. Bin raus und habe die Straßenseite gewechselt, um auf die anderen zu warten. Nachdem alle Fahrgäste ausgestiegen waren, kam der Conductor dann hinter mir her gelaufen und machte auf offener Straße Theater. Ich solle für die anderen und für mich zahlen und so weiter und so fort. Habe mir das nicht gefallen lassen, gesagt ich sei für die anderen nicht verantwortlich und würde für mich lediglich die vereinbarten 30 Schilling bezahlen. Gesagt, getan. Der Typ gab sich aber nicht zufrieden, was einen anderen deutschen Freiwilligen dazu brachte, mich auf total anzublaffen, was ich mich denn so anstellen würde, wegen 10 Bob (so werden Schillinge hier auch genannt). Ich dachte ich hör nicht richtig. Habe ihm gesagt, er solle sich abregen und bin gegangen. Geht ihn doch schließlich nichts an, wie wir das handhaben (zumal ich ja mit meiner Haltung nicht allein da stand). Man darf sich solche Dinge einfach nicht gefallen lassen. Die können uns nicht veräppeln. Ich glaube, ich bin mittlerweile sehr gewieft was so etwas angeht. Beharre auf mein Recht und damit habe ich auch in der Regel Erfolg. Sehe es gar nicht ein aufgrund meiner Hautfarbe irgendwo mehr zu zahlen.

Weil ich immer so viel von Matatus rede, hier auch mal ein Bild emotion. Ihr erinnert euch? Das sind die Gefaehrte mit uebelst lauter Hip Hop- und Reagge-Musik und sogar Bildschirmen im Innenraum, auf welchen Musikvideos gezeigt werden emotion (manchmal auch auf der Heckscheibe, so haben dann auch die anderen Verkehrsteilnehmer was davon). Mag das Matatu-Fahren total emotion.

8.6.09 17:14, kommentieren

Donnerstag, 21.05.2009

 

Seit dem letzten Eintrag ist viel passiert hier in Nairobi. In der ersten Woche hatte ich Orientation Week. Außer mir haben noch zwei andere Freiwillige daran teilgenommen – ein Deutscher und eine Japanerin, die aber beide jeweils in einem anderen Projekt sind. In dieser Orientation Week wurden uns viele verschiedene Dinge näher gebracht.

Zunächst ging es um die Fähigkeiten bzw. die Einstellung, die vonnöten ist um einen solchen Freiwilligendienst zu absolvieren. Uns wurde gepredigt, wie wichtig es ist „open-minded“, d.h. aufgeschlossen, gegenüber dem Fremden, der neuen Kultur bzw. der Kulturen zu sein. In der Tat ist es wichtig nicht immer nur im Kopf zu haben, in Deutschland machen wir das aber so und so oder gar besser. Mit dieser Einstellung kommt man hier nicht weit. Man muss manche Dinge einfach so akzeptieren wie sie sind, dafür ist man ja schließlich hinaus gezogen um eben eine andere Kultur kennenzulernen. Weitere Themen dieser Einführungswoche  waren kulturelle Besonderheiten, Do´s and Dont`s, Verhalten in der Gastfamilie, das Bildungssystem, geschichtliche Hintergründe und vieles mehr. Außerdem haben wir natürlich die Leute vom CIVS näher kennengelernt, sowie Restaurants hier in Buru Buru, in denen man günstig essen kann. Es war eine interessante und  sehr nützliche Woche.

Im CIVS-Buero waehrend der Einfuehrungswoche.

Danach ging es auch schon mit dem Projekt los. Die ersten zwei Tage ist noch jemand vom CIVS mit dorthin gekommen, einfach um den Weg zu zeigen und das Projekt gemeinsam anzuschauen. Um zum Projekt zu gelangen nehme ich zwei Matatus, was in der Früh ca. 40 Min. dauert, am Nachmittag vielleicht 60. Anfangs hatte ich so meine Probleme den Weg zu finden, weil natürlich die ganze Umgebung neu ist, aber mittlerweile kenne ich die Strecke und es läuft J.

Auf dem Weg zum Projekt.

Nun möchte ich aber mal vom Projekt selbst erzählen. Ich bin also im Shepherd’s Orphanage and Educational Center am „arbeiten“. Das ist ein Waisenhaus für Kinder aidskranker Menschen, welche sich aufgrund fortgeschrittener Krankheit nicht mehr selbst um ihre Kinder kümmern können. Aber auch Kinder, die im Matatu ausgesetzt oder sonst irgendwo an der Straße ausgesetzt wurden, finden bei Shepherd’s Zuflucht. Ich habe den Eindruck, dass es hier sehr viele arme Kinder gibt, deren Eltern einfach nicht genug Geld haben diese Kinder durchzubringen. Schlimme Geschichten hört man hier. Aber gerade deshalb ist es so gut, dass es Orte wie Sheperd’s gibt, die sich dieser Kinder annehmen und ihnen ein zu Hause geben. Unsere Kiddies im Projekt sind echt froh dort zu sein.

Hier ist der Eingang (rechts im Bild) und daneben das Girls Dormatory (links) zu sehen.

Im Waisenhaus selbst leben um die 50 Kinder. Viele von ihnen gehen zur örtlichen Primary School, die ganz Kleinen oder die nicht so Begabten werden vor Ort von einer Lehrerin unterrichtet. Es gibt dort also ein „Klassenzimmer“, in welchem dann vier Klassen auf einmal unterrichtet werden, das ist hart sag ich euch. Morgens assistiere ich der Lehrerin häufig, erkläre den Kiddies wie sie rechnen und schreiben sollen. Das ist echt ´n Knochenjob, vor dem ich `n Riesen Respekt habe. Es geht da nämlich  super ab, lautstärkenmäßig und was das Rumgerenne anbetrifft.

Die Kinder dort habe ich echt schon super dolle ins Herz geschlossen, vor allem den kleinen 3-jährigen Jimmy, der immer ziemlich anhänglich ist. Heute hat er sogar geweint als ich gegangen bin, der Arme wollte mit mir kommen. Ansonsten spiele ich mit den Kids oder helfe in der Küche. Letzteres macht auch echt Spaß. Das Essen, was dort zubereitet wird, sind alles Spenden, da das Shepherd’s selbst nur sehr wenig Geld zur Verfügung hat. Eine weitere Möglichkeit Nahrungsmittel zu beschaffen besteht darin zum Flughafen zu fahren. Dort werden Waren, die eigentlich für den Export gedacht sind, dann aber aufgrund von Mängeln doch nicht exportiert werden können, kostenfrei abgegeben. Gestern sind zwei andere Deutsche mit dem Leiter des Projekts zum Flughafen gefahren und haben von dort ´ne Riesen Kofferraumladung voller Gemüse mitgebracht. Es gab Avocados, Brechbohnen, Mais, Lauch und anderes Gemüse. Das hat mich in diesem Moment richtig glücklich gestimmt, weil ich so wusste, dass die Ernährung der Kids, auch mit Gemüse, für die nächsten Tage gewährleistet ist. Oft gibt es nämlich nur Reis und Bohnen und `n bisschen Abwechslung sowie Vitamine können ja auch nicht schaden.

An meinem ersten Tag im Projekt gebe ich den Kindern ihr Mittagessen.

Die Kleinsten sitzen waehrend ihres Mittagessens unter dem Tisch in der Kueche .

4 Kommentare 24.5.09 17:10, kommentieren

So, heute moechte ich euch mal ein paar Fotos zeigen. Ich weiss, manche von euch warten schon sehnsuechtig drauf auch mal Bilder zu sehen...

Hatte auch noch nen neuen Eintrag geschrieben, der liegt nun leider noch auf meinem Laptop in der Gastfamilie  Poste ich morgen, wenn ichs schaff...

Nun aber erstmal die Bilder. Auf den folgenden seht ihr das Haus meiner Gastfamilie, mein Zimmer und die Aussicht aus meinem Fenster

 

Die Kiddies und das Hausmaedchen meiner Gastfamilie beim Fernsehen...

 

23.5.09 14:20, kommentieren

Sonntag, 10.05.2009

So, es ist Sonntag Nachmittag - ich bin nun seit 8 Tagen hier in Kenia - und ich dachte, jetzt wäre es mal an der Zeit einen längeren Eintrag zu schreiben. Ich sitze gerade in meinem Zimmer in der Gastfamilie. Und an diesem Punkt kann ich auch eigentlich schon anfangen zu erzählen…

Zunächst war ich nicht so glücklich in meiner Gastfamilie. Wie ja die meisten von euch wissen, bin ich mitten in der Nacht hier angekommen. Ich hatte gedacht, dass wir - wenn ich ankomme würde -  erst mal quatschen würden, um uns kennenzulernen (trotz meiner Ankunftszeit) oder zumindest, dass man so etwas ausmacht für den nächsten Tag. Leider nichts dergleichen, mir wurde lediglich mein Zimmer gezeigt - das war alles - nicht mal das Bad, dann sollte ich mich schlafen legen. Da saß ich nun in einem fremden (zugegebenermaßen auch nicht ganz so sauberen) Zimmer in einem fremden Land. 24 Stunden hatte ich nicht geschlafen, dennoch konnte ich in dieser Nacht nur mit Mühe in den Schlaf finden. Nach ca. 2 Stunden war dann die Nacht auch schon wieder vorbei, weil ich zum Einen von den hinterm Haus lebenden Hühnern geweckt wurde, zum Anderen weil meine Gastmutter einfach so in mein Zimmer geschneit kam, um irgendwelche Klamotten zu bügeln. Das alles war nicht so schön, sag ich euch. Bin dann nach dem Aufwachen zu den vier Kindern meiner Familie um mich vorzustellen, wobei diese dabei etwas wortkarg waren (meine Host Family ist eine alleinerziehende Mutter mit eben diesen Kindern und einem 18-jährigen Hausmädchen).

Dann habe ich eine „Dusche“ genommen. Das sah dann so aus, dass ich mir von unten hinterm Haus einen Eimer Wasser geholt habe und mich damit in der Badewanne nass gespritzt habe *lach. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, mit wie wenig Wasser man auskommen kann, wenn es nicht so in Massen vorhanden ist wie bei uns, und man ist trotzdem sauber. Ans Duschen hier (es kommt oft kein Wasser aus dem Wasserhahn im Bad) hab ich mich ganz schnell gewöhnt. Das ist also das geringste Problem.

Zum Frühstück gab es dann süßes Weißbrot mit Butter (dazu muss gesagt werden, dass ich keine Butter esse) und schwarzen Tee mit Milch. So sieht hier eigentlich jedes Frühstück aus. Nicht gerade eine kulinarische Gaumenfreude trockenes Brot und Tee, aber gut das wird eben hier so gehandhabt (glaube so Frühstücken viele Kenianer) und dann gewöhnt man sich auch daran. Beim Frühstück habe ich versucht etwas mit den Kids in Kontakt zu kommen (die Mutter war schon arbeiten), was sich eher als einseitiges Fragen meinerseits entpuppte. Ihr hört, mein erster Tag hier war alles andere als schön. Und weniger schön ging er auch weiter. Bin dann am frühen Mittag mit den Kids der Familie los, damit mir sie mal die Gegend zeigen. Untereinander sprachen sie die ganze Zeit Swaheli (das ist deren Muttersprache hier, wobei Englisch Amtssprache ist), was natürlich für mich ziemlich ätzend war, da ich nichts verstanden habe. Auch die Umgebung war am ersten Tag ziemlich komisch für mich und Schönes konnt‘ ich in dem Moment auch nichts dran finden. Obwohl ich in der Hauptstadt bin ist hier doch der Bürgersteig (wenn es ihn überhaupt gibt) in der Regel nicht geteert, sondern aus Acker. Es wirkt alles sehr unstrukturiert. Am Straßenrand stehen lauter Kenianer und bieten ihre Waren (frisches Obst, gefüllte Teigtaschen, gegrillte Kartoffeln, Fleisch, Süßes etc.) an. Was sehr neu für mich war an diesem ersten Tag ist, dass man hier als Weißer einfach auffällt wie ein bunter Hund. Am ersten Tag wurde ich regelrecht angestarrt als ich hier durch die Gegend lief und auch häufig mit „Hi, how are you?“ angesprochen. Außerdem hört man hier auch sehr oft das Wort „Muzungu“ womit Weiße auf Swaheli bezeichnet werden. Ich glaube, man kann in meinem Fall schon von einem kleinen Kulturschock reden, den ich hier erlitten habe.

Zurück in meinem Zimmer fühlte ich mich echt hundeelend. Die Decke fiel mir auf den Kopf und dann bin ich einfach nochmal alleine los zu dem Supermarkt, den die Kinder mir gezeigt hatten. Einkaufen als Frustabbau (und ‘nen anderen Ort kannte ich hier ja auch noch nicht). Am Abend kam dann ein Kenianer meiner Organisation vorbei. Mit ihm habe ich gequatscht, was mich etwas aufgebaut hat. Außerdem haben wir beschlossen, dass ich die Gastfamilie wechsle, weil ich mich bis zu diesem Zeitpunkt hier echt nicht wohlgefühlt habe. Die Gastfamilie wechseln, das tun die meisten Freiwilligen hier mindestens einmal, weil es einfach passen muss, denn man lebt ja schließlich mehrere Monate mit diesen Menschen zusammen.

Ihr lest mein erster Tag war nicht wirklich toll, eigentlich ziemlich schrecklich, aber ich kann euch beruhigen, ab dem zweiten Tag ging es nur noch bergauf hier J und mittlerweile fuehle ich mich echt wohl, bin angekommen in Kenia.

Es stellte sich heraus, dass in meiner zweiten Nacht noch ein anderer deutscher Freiwilliger angekommen war, der auch für einige Tage in meiner Familie leben sollte. Das war echt klasse, weil wir uns auf Anhieb super verstanden haben und weil da auf einmal jemand war, dem es genauso ging wie mir, für den auch alles neu war, und mit dem ich alle neuen Eindrücke teilen und besprechen konnte. Das war echt hilfreich. Wir sind dann mit dem Kenianer aus der Organisation, der mich am Vorabend besucht hatte, und zwei anderen deutschen Mädels, die schon über 10 Monate hier sind, ins Zentrum von Nairobi gefahren um dort eine kleine Stadtführung zu bekommen. Schon die Fahrt mit dem Matatu (so heißen die öffentlichen Verkehrsmittel, die eigentlich privat geführt sind), einem Bus für 20/30 Leute, in welchem vorne ein Riesenfernseher und an den Seiten auch nochmal kleinere angebracht sind, auf welchen in voller Lautstärke, nämlich so, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen kann, Musikvideos abgespielt werden, war ein Abenteuer. Stoßdämpfer scheinen diese Gefährte nicht zu besitzen, sodass es eine ziemlich ruckelige, aber auch total aufregende Fahrt wurde. Das Zentrum von Nairobi ist unspektakulär, einige höhere Gebäude, ein sehr schöner Park, was auch wirklich Not tut, denn diese Stadt ist echt wahnsinnig staubig und schmutzig. Dieser Tag verlief also glücklicherweise schon tausendmal erfreulicher als der erste J.

 

17.5.09 17:15, kommentieren

Hey hallo

 

dies ist also die erste Nachricht aus Kenia  

Ich sitze gerade in einem Internet-cafe in Nairobi und versuche euch mit kenianischer Tastatur ein paar Worte zu schreiben (gar nicht so einfach, sag ich euch).

Bin also sehr gut angekommen hier in Kenia. Mein 8-stuendiger Aufenthalt in Kairo allein war schon ein riesen Abenteuer *lach. Ich sag nur "aegyptische Flughafen"... Hier in Kenia ist natuerlich sehr vieles anders als in Europa bzw. Deutschland. Vorstellen kann man sich das nicht, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Ich habs versucht vor meiner Abreise, aber es ist mir nicht gelungen.

Ich denke, dieser Freiwilligendienst laesst mich viel ueber mich selbst lernen und ich kann meinen Horiznt enorm erweitern. Es prasseln jeden Tag sehr, sehr viele Eindruecke auf mich ein, auf welche ich natuerlich hier auch noch naeher eingehen werde (und auf die bisherigen Ereignisse)... Das werde ich aber dann "zu Hause" von meinem Laptop aus machen und es dann im Internetcafe hochladen. Ist einfacher.

Mir geht es also sehr gut hier bisher, habe schon einige nette Leute kennengelernt. Vor allem von meiner Organisation, dem CIVS, von welcher ich uebrigens sehr gut betreut werde, und auch drei, vier andere Freiwillige (darunter viele Deutsche).

Die naechsten 2 Tage ist noch orientation und ab Donnerstag gehts dann mit dem Projekt los.

Werde bald detaillierter zu meine bisherigen Erlebnissen schreiben...

 

Bis dahin liebe Gruesse aus Kenia

 

Und danke fuer die bisherigen Kommentare

3 Kommentare 4.5.09 17:25, kommentieren