Donnerstag, 21.05.2009

 

Seit dem letzten Eintrag ist viel passiert hier in Nairobi. In der ersten Woche hatte ich Orientation Week. Außer mir haben noch zwei andere Freiwillige daran teilgenommen – ein Deutscher und eine Japanerin, die aber beide jeweils in einem anderen Projekt sind. In dieser Orientation Week wurden uns viele verschiedene Dinge näher gebracht.

Zunächst ging es um die Fähigkeiten bzw. die Einstellung, die vonnöten ist um einen solchen Freiwilligendienst zu absolvieren. Uns wurde gepredigt, wie wichtig es ist „open-minded“, d.h. aufgeschlossen, gegenüber dem Fremden, der neuen Kultur bzw. der Kulturen zu sein. In der Tat ist es wichtig nicht immer nur im Kopf zu haben, in Deutschland machen wir das aber so und so oder gar besser. Mit dieser Einstellung kommt man hier nicht weit. Man muss manche Dinge einfach so akzeptieren wie sie sind, dafür ist man ja schließlich hinaus gezogen um eben eine andere Kultur kennenzulernen. Weitere Themen dieser Einführungswoche  waren kulturelle Besonderheiten, Do´s and Dont`s, Verhalten in der Gastfamilie, das Bildungssystem, geschichtliche Hintergründe und vieles mehr. Außerdem haben wir natürlich die Leute vom CIVS näher kennengelernt, sowie Restaurants hier in Buru Buru, in denen man günstig essen kann. Es war eine interessante und  sehr nützliche Woche.

Im CIVS-Buero waehrend der Einfuehrungswoche.

Danach ging es auch schon mit dem Projekt los. Die ersten zwei Tage ist noch jemand vom CIVS mit dorthin gekommen, einfach um den Weg zu zeigen und das Projekt gemeinsam anzuschauen. Um zum Projekt zu gelangen nehme ich zwei Matatus, was in der Früh ca. 40 Min. dauert, am Nachmittag vielleicht 60. Anfangs hatte ich so meine Probleme den Weg zu finden, weil natürlich die ganze Umgebung neu ist, aber mittlerweile kenne ich die Strecke und es läuft J.

Auf dem Weg zum Projekt.

Nun möchte ich aber mal vom Projekt selbst erzählen. Ich bin also im Shepherd’s Orphanage and Educational Center am „arbeiten“. Das ist ein Waisenhaus für Kinder aidskranker Menschen, welche sich aufgrund fortgeschrittener Krankheit nicht mehr selbst um ihre Kinder kümmern können. Aber auch Kinder, die im Matatu ausgesetzt oder sonst irgendwo an der Straße ausgesetzt wurden, finden bei Shepherd’s Zuflucht. Ich habe den Eindruck, dass es hier sehr viele arme Kinder gibt, deren Eltern einfach nicht genug Geld haben diese Kinder durchzubringen. Schlimme Geschichten hört man hier. Aber gerade deshalb ist es so gut, dass es Orte wie Sheperd’s gibt, die sich dieser Kinder annehmen und ihnen ein zu Hause geben. Unsere Kiddies im Projekt sind echt froh dort zu sein.

Hier ist der Eingang (rechts im Bild) und daneben das Girls Dormatory (links) zu sehen.

Im Waisenhaus selbst leben um die 50 Kinder. Viele von ihnen gehen zur örtlichen Primary School, die ganz Kleinen oder die nicht so Begabten werden vor Ort von einer Lehrerin unterrichtet. Es gibt dort also ein „Klassenzimmer“, in welchem dann vier Klassen auf einmal unterrichtet werden, das ist hart sag ich euch. Morgens assistiere ich der Lehrerin häufig, erkläre den Kiddies wie sie rechnen und schreiben sollen. Das ist echt ´n Knochenjob, vor dem ich `n Riesen Respekt habe. Es geht da nämlich  super ab, lautstärkenmäßig und was das Rumgerenne anbetrifft.

Die Kinder dort habe ich echt schon super dolle ins Herz geschlossen, vor allem den kleinen 3-jährigen Jimmy, der immer ziemlich anhänglich ist. Heute hat er sogar geweint als ich gegangen bin, der Arme wollte mit mir kommen. Ansonsten spiele ich mit den Kids oder helfe in der Küche. Letzteres macht auch echt Spaß. Das Essen, was dort zubereitet wird, sind alles Spenden, da das Shepherd’s selbst nur sehr wenig Geld zur Verfügung hat. Eine weitere Möglichkeit Nahrungsmittel zu beschaffen besteht darin zum Flughafen zu fahren. Dort werden Waren, die eigentlich für den Export gedacht sind, dann aber aufgrund von Mängeln doch nicht exportiert werden können, kostenfrei abgegeben. Gestern sind zwei andere Deutsche mit dem Leiter des Projekts zum Flughafen gefahren und haben von dort ´ne Riesen Kofferraumladung voller Gemüse mitgebracht. Es gab Avocados, Brechbohnen, Mais, Lauch und anderes Gemüse. Das hat mich in diesem Moment richtig glücklich gestimmt, weil ich so wusste, dass die Ernährung der Kids, auch mit Gemüse, für die nächsten Tage gewährleistet ist. Oft gibt es nämlich nur Reis und Bohnen und `n bisschen Abwechslung sowie Vitamine können ja auch nicht schaden.

An meinem ersten Tag im Projekt gebe ich den Kindern ihr Mittagessen.

Die Kleinsten sitzen waehrend ihres Mittagessens unter dem Tisch in der Kueche .

24.5.09 17:10

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Marietta (24.5.09 22:50)
Mensch, Janine!
Das hört sich sehr interessant und spannend.
Die Fotos sind sehr toll und geben uns Afrikabanausen einen guten Einblick in Deinen Alltag.
Schreib mal mehr!


(12.6.09 23:31)
Hallo Janine!!!

Dein Zimmer in Kenya sieht genauso aus wie dein Zimmer in Marburg. Uns die afrikanische Mensa ist viel schöner als die in Marburg.
Wann kommst du zurück?

Liebe Grüße,

Vladimir aus Marburg


Vladimir (12.6.09 23:33)
Hallo Janine!!!

Dein Zimmer in Kenya sieht genauso aus wie dein Zimmer in Marburg. UnD die afrikanische Mensa ist viel schöner als die in Marburg.
Wann kommst du zurück?

Liebe Grüße,

Vladimir aus Marburg

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